Tree Color Persönlichkeitsentwicklung

Danke dass du dir Zeit nimmst, mein Buch zu lesen.
Es wird dir einen neuen Blickwinkel in der Persönlichkeitsentwicklung eröffnen.

Dieses Buch ist nach einer längst fälligen Auszeit von mir auf der Suche nach dem Sinn des Lebens entstanden.

„Was ist eigentlich der Sinn des Lebens?“, fragte sich eines Tages Enrice, der Schafhirte, der mit Tieren und Bäumen sprechen konnte. Diese Gabe war ihm schon in die Wiege gelegt worden, da er sich vor seiner Geburt, in einem früheren Leben unbedingt gewünscht hatte, alles zu hören, zu verstehen und zu wissen, sollte er jemals wiedergeboren werden.

Dadurch hatte er sich unbewusst die Gabe der sogenannten göttlichen höheren Hörigkeit gewünscht. Dies ist die Fähigkeit, all die Dinge zu hören, die anderen Menschen verborgen bleiben, die einen voranbringen im Leben, auch wenn sie zwischen den Zeilen stehen, sowie die Fähigkeit, mit Pflanzen und Tieren zu sprechen, so als wären es Menschen. Bereits die alten Schamanen verstanden diese Technik einzusetzen, um mit den alten indianischen Bäumen in Kontakt zu treten, um deren Lebensweisheiten für ein glückliches Leben in Erfahrung zu bringen.

Doch nun wieder zurück zu unserem Schafhirten Enrice. Eines Tages hatte er plötzlich über Nacht keine Lust mehr zu leben und verspürte keine Freu­de mehr an seinem Dasein, obwohl er doch alles in seinem Leben hatte. Ein schönes Haus mit Blick auf den See, eine große Schafherde, mit der er seinen Lebensunterhalt durch den Verkauf der Wolle und der daraus hergestellten Produkte finanzieren kon­nte, und eine sehr liebe Frau an seiner Seite, die alles für ihn tat, was er sich wünschte und ihn täglich bei seiner Arbeit mit den Tieren und dem Handel mit den Produkten unterstützte.

Doch warum war er plötzlich so traurig und unglücklich? Kam es über Nacht oder war es ein schleichender Prozess, den er übersehen hatte? Das einzige, was er sicher noch wusste, war, dass er unglücklich war, obwohl er doch alles besaß. Er war ununterbrochen auf der Suche nach Gründen für seinen Wandel:

Was ist der Grund, was ist die Ursache, was ist plötzlich los mit meinen Gedanken? Sie kreisen ständig um negative Erlebnisse und ich male mir andauernd Horrorszenarien in der Zukunft aus. Ich denke darüber nach, welche schrecklichen Dinge passieren und eintreten könnten. Was ist bloß los mit mir? Warum sind meine Gedanken plötzlich so anders, so negativ, so wirr und nicht nachvollziehbar? Ich sehe ein ganz anderes Licht in meinem Leben als früher, das Licht der Sonne erscheint plötzlich wie ein dumpfer Strahl, der die Wolken beim Vorüberziehen stört. Früher hatte ich diese Sonne geliebt und heute nicht mehr. Was ist plötzlich bloß los mit mir? Warum habe ich diese Gedankengänge, die mich zermartern, ja fast schon zerstören? Ich kann meiner Liebe keinen Ausdruck mehr geben und liebe mich selbst nicht mehr, so wie ich bin. Was ist hier passiert? Bin ich etwa auf den Kopf gefallen und habe es nicht bemerkt? Oder hat mir während der Nacht jemand ins Ohr geflüstert: „Denke negativ, denke negativ, denke negativ!“ Was ist los mit mir? Meine Seele schreit förmlich um Hilfe, aber keiner ist da, um mir zu helfen. Ich bin ganz alleine, nur meine Schafe, meine Bäume und ich sind hier. Was soll ich jetzt tun? Was kann ich ändern in meinem Leben, was ist überhaupt Leben, was ist Liebe? Mir wird immer mehr bewusster, dass ich eigentlich gar nichts über die Liebe und das Leben weiß. Warum ist das plötzlich so?

All diese Fragen stellte sich der arme Enrice und fand keine Lösung für sich. Was war jetzt zu tun? Er entschied, sich schlafen zu legen und hoffte darauf, nach dem Aufwachen eine Lösung für seine negativen Gedanken zu finden. Vielleicht gäbe es nach dem Schlaf auch gar keine negativen Gedanken mehr, die Sonne wäre wieder wunderschön und würde sein Herz wärmen. Er hoffte auf das Leben, wie es zuvor gewesen war: warm, herzig und lebendig zugleich.

Nun begann der Traum seines Lebens. Er schlief langsam durch Erschöpfung und mit dem Ziel, wieder glücklich zu werden unter einer wunderschönen Eiche ein und begann zu träumen. Enrice schlief so tief und fest, als gäbe es keine Zeit und keinen Raum mehr. Er versank immer tiefer in seinem neuen Lebenstraum, der ihn unbewusst in ein neues, noch nie dagewesenes Leben führen sollte.

Er träumte plötzlich, wie er fünf Jahre alt war und in seinem Zimmer spielte. Es war ein sehr kleines Kinderzimmer, das er mit seiner drei Jahre älteren Schwester teilen musste. Er saß auf dem Boden, spielte mit seiner Eisenbahn und sah aus dem Fenster. Plötzlich bemerkte er, wie sich ein Baum vor seinem Fenster bewegte. Doch es war weit und breit weder Wind zu spüren noch zu sehen oder zu hören. Was hatte den Baum dazu veranlasst, sich plötzlich aus heiterem Himmel zu bewegen? Seine Äste schwangen wie wild hin und her, sogar sein Baumstamm begann sich in Richtung Zimmer zu bewegen, so als wollte der Baum zu ihm sagen: „Schau her, da bin ich. Ich möchte mit dir reden.“

Ängstlich sprang Enrice auf und suchte seine Mutter, doch sie war nicht da. Da fiel ihm ein, dass sie im Nachbarort arbeiten musste, wo sie sich für ein wenig Arbeit etwas dazu verdiente, um ihren beiden Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen.

Als Enrice bemerkte, dass seine Mutter gar nicht da war, entschloss er sich, seinen ganzen Mut zusammenzunehmen und ging vorsichtig auf leisen Sohlen wieder in sein Zimmer zurück. Und da war er wieder, der unheimliche Baum. Mittlerweile hat­te er sogar einen Ast durch das offene Zimmerfenster gestreckt. Dieser Ast sah fast so aus wie eine menschliche Hand. Vorsichtig ging er zu diesem Ast und berührte ihn zögerlich. Plötzlich zuckte der Ast zusammen und zog sich blitzschnell ein kleines Stück wieder zurück. Enrice wurde aber mutiger und berührte immer öfter diesen Ast. Er nahm den Ast in seine Hand und schüttelte ihn wie eine echte Hand eines Menschen.

In seiner kindlichen Naivität sagte er dann: „Grüß Gott, ich bin Enrice.“ Doch Urplötzlich, wie aus dem heiterem Himmel begann auch der Ast sich auf und abwärts zu bewegen und Enrice nahm eine ganz tiefe Stimme war, die zu ihm sagte: „ Guten Tag, freut mich, dich kennenzulernen. Ich bin Babu, der Baum der Weisheit.“

Enrice erschrak fürchterlich, doch kurz darauf sammelte er wieder all seine Gedanken und beide begannen sich vorsichtig gegenseitig zu unterhalten. Enrice wurde neugierig und fragte: „Wie alt bist du denn?“ Der Baum antwortete: „Nach irdischem Alter bin ich 75 Jahre, nach seelischen Alter bereits 3000 Jahre alt. Ich habe vieles bereits erlebt und gesehen und jetzt bin ich hier, um den Menschen meine Botschaft zu überbringen.“

Enrice fragte erstaunt: „Welche Botschaft denn?“ Und der Baum antwortete: „Die Botschaft von einem glücklichen, wundervollen Leben. Ich möchte dir anhand meiner Weisheit und meiner Erfahrungen erzählen, dass das Leben wunderbar sein kann, und dass es dich immer wieder trotz Kummer, Sorgen und Angst zu deiner Urquelle des Glückes im Leben zurückführt. Wenn du möchtest, beschreibe ich dir anhand von verschiedenen Erlebnissen und Geschichten den Weg zu dir selbst und zu deinem Glück. Und wenn du möchtest, beginnen wir als erstes mit dem Thema Selbstliebe.“

„Oh ja“, antwortet Enrice und setzte sich aufgeregt hin. Er konnte es kaum noch erwarten, die Geschichten zu hören.

Kapitel 1) Selbstliebe

Was heißt denn bitte Selbstliebe? Das geht doch gar nicht, dachte sich Enrice. „Ich kann nur Papa oder Mama lieben oder meinen kleinen Wuschel oder einen anderen Menschen, den ich liebe – aber mich selbst? Das habe ich noch nie gehört! Wie soll denn das gehen, soll ich mich etwa selbst umarmen?“

„Das musst du mir aber mal zeigen, kleiner Babu“, sagte Enrice scherzhaft zu dem Baum.

„Zeig mal her, wie du deine Äste um dich selbst wickelst und dir dabei einen dicken Kuss gibst.“ Bei dieser Vorstellung lachte er schallend.

„Ich muss gestehen, ich habe es lange Zeit auch nicht verstanden, was damit gemeint ist“, sagte Babu. „Aber im Laufe der Jahre habe ich gelernt, wie es ist, wenn man sich selbst nicht liebt und erst dadurch wurde ich wieder auf den Weg der Selbstliebe aufmerksam.“

„Was meinst du damit?“; fragte Enrice wieder einmal mit großen Augen.

„Ich möchte dir eine kleine Geschichte dazu erzählen aus einem meiner früheren Leben. Ich war nicht immer ein Baum, häufig auch ein Menschenwesen, dadurch konnte ich viel Erfahrung in meinem Wachstum sammeln, wie ein Mensch denkt und fühlt. Ich war einmal ein junger Bursche und hatte mich unheimlich in ein junges Mädchen verliebt. Sie wohnte nur zwei Häuser von meinem damaligen Zuhause entfernt und ich hatte sie sehr, sehr gern. Ich stand morgens früh auf, bevor ich zur Arbeit ging, fuhr extra zum Bäcker und kaufte frische Semmeln und frisches Brot und hängte es ihr an ihre Eingangstür. Allerdings befand ich mich damals noch in der Ausbildung in meiner Arbeit. Daher verdiente ich nicht so viel Geld, dass ich mir selbst jeden Tag frisches Gebäck zusätzlich leisten konnte. Deswegen konnte ich nur ihr etwas kaufen, aber leider kein frisches Brot mehr für mich. Am Anfang war es sehr schön, wie sich das Mädchen jeden Tag bei mir recht herzlich bedankte, das war es mir wert. Allerdings fuhr ich im Laufe der Monate immer mehr mit einem Hungergefühl zur Arbeit, mit dem Resultat, dass ich mich immer weniger auf meine damalige Arbeit und Ausbildung konzentrieren konnte. Schließlich blieb kein Geld mehr übrig, um mir selbst ein Frühstück zu kaufen. Bis eines Tages mein Chef zu mir kam, der ein sehr weiser und erfolgreicher Geschäftsmann war, und mich fragte, was los sei. Denn er hatte schon bemerkt, dass ich mich nicht mehr so konzentriert bei der Arbeit verhielt wie sonst. Ich zögerte ein wenig mit meiner Antwort, aber dann brachte ich doch all meinen Mut zusammen und sagte ihm, dass ich jeden Tag dieses Hungergefühl hätte und mich da­durch nicht konzentrieren könnte. Er sah mich erstaunt an und fragte mit ernstem Blick: ‚Aber wie-so? Das verstehe ich nicht, du fährst doch jeden Tag zum Bäcker und holst dir frisches Brot, wie kannst du dann hungrig sein?‘ Ich zögerte sehr lange und sagte dann mit ganz leiser Stimme: ‚Na ja, das Gebäck ist eigentlich nicht für mich, sondern für ein Mädchen, das ich sehr gern habe.‘ Er schaute mich an und sagte: ‚Das ist zwar sehr lobenswert und ich hoffe, dieses Mädchen weiß das sehr zu schätzen. Aber was glaubst du, was passiert, wenn du das dein Leben lang so machst? Wenn du jeden Tag zur Arbeit gehst und dein schwer verdientes Geld für andere ausgibst, aber nicht für dich? Da musst du dich selbst aber nicht sehr lieben. Es ist mir klar, dass du dieses Mädchen sehr gerne hast, aber es darf nie in deinem Leben passieren, dass du jemanden mehr liebst als dich selbst. So kannst du auf Dauer nicht leben. Was hat dein zukünftiger Lebenspartner davon auf lange Zeit gesehen, wenn du dich aufopferst und dabei auf dich selbst vergisst? Er muss dich dann vielleicht pflegen und du wirst langsam zur Belastung für ihn, oder? Denke mal in Ruhe darüber nach. Wenn du Dinge tust, die du eigentlich für dich tun solltest, und nur für andere tust, aber nicht für dich selbst, dann wird dir das auf lange Zeit nicht sehr viel Glück bringen‘, sagte der weise Mann damals zu mir. Und ich fing an, mich selbst zu hinterfragen. Welche Dinge tat ich nur für andere und nicht für mich? Mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Es waren sehr viele Dinge, die nicht ausgewogen in meinem Leben waren, und ab diesem Moment verstand ich, was mit Selbstliebe gemeint war. Ich kreierte meine eigene Übung da­zu, die mir half, wieder zur mir und meiner Selbstliebe zu finden. Ich schrieb all die Dinge und Taten auf einen Zettel, die ich immer wieder für andere machte. Dann überlegte ich, ob ich diese Dinge denn genauso für mich machen würde. Und falls doch nicht, war es vielleicht so, dass ich mich selbst zu wenig in den Vordergrund stellte und liebte? Diese Gedanken machte ich mir dann täglich immer wieder selbst und sobald ich erkannte, dass das Thema Selbstliebe zu kurz kam, versuchte ich es dieses zu ändern.“